Es ist, als übtest du, auf einem Bein zu stehen. Sobald du nicht mehr haarscharf aufpasst, landest du aus alter Gewohnheit wieder auf zwei Beinen. Sich auf etwas zu konzentrieren, ist bemühend. Es erfordert Anstrengung und Einsatz. Du musst aus dir heraus Energie dafür mobilisieren. Das kennst du aus der Schule. Auch da musstest du eine innere Kraft mobilisieren, um etwas auswendig zu lernen oder eine Mathematikaufgabe zu lösen.
Konzentrationsfähigkeit ist eine Kunst, die wir nur durch Übung erlernen. Je mehr wir uns üben, desto besser werden wir. Aber auch hier gilt das bekannte Lebensmotto: Freude erleichtert dir das Tun. Weil wir in der Schule so wenig Sinn in den Aufgaben sahen, hatten wir auch wenig Freude daran, uns auf sie zu konzentrieren. Wir haben die Kunst der Konzentration nicht viel geübt.
Wenn du einen Sinn in der Meditation siehst, wenn du neugierig auf das bist, was sich dir offenbart, wenn du dich mit Freude hinsetzt, um durch den Gedankenstrom hindurch in deine Tiefe zu gelangen, wirst du mit der Zeit eine Meisterin, ein Meister der Konzentration. Nicht nur in den Minuten, in denen du meditierst, sondern überhaupt, in deinem ganzen Leben.