Nein. Auf keinen Fall macht es Sinn, sich zur Meditation zu zwingen. Zwang und Druck erzeugen Gegendruck in Form von Unmut oder gar Wut. Das ist in der Meditation kontraproduktiv.
Zwang und Druck kommen von außen und sind immer gekoppelt mit Angst. Eine Autoritätsperson sagt: du musst, und wir gehorchen aus Angst vor Strafe. Dazu sind wir als Kinder so sehr gedrillt worden, dass wir diese fremden Stimmen noch heute als Erwachsene in uns hören. Wir haben die Forderungen unserer Eltern, Erziehungspersonen oder Pfarrer verinnerlicht. Und so sind es nicht mehr die äußeren Stimmen, die uns das Du-musst zuraunen, sondern die alten Stimmen in uns. Wenn sich diese in unsere neue, wunderbare Tätigkeit der Meditation einmischen, treten wir auf der Stelle.
Etwas ganz anderes ist Disziplin. Disziplin ist ein inneres Ich-will. Sobald wir die Entscheidung getroffen haben, es in einer Kunstfertigkeit wie der Meditation weit zu bringen, brauchen wir Disziplin, um uns auch in schwachen Momenten unserem Vorhaben zu widmen. Disziplin ist aber nicht das angstdurchwobene Du-musst, sondern das freiwillige, freudige Ich-will, eine selbstgewählte Forderung von uns an uns, durch die wir immer mehr über uns hinauswachsen und Meisterschaft gewinnen.
Ja, es braucht immer wieder Disziplin, um uns aus unserer eigenen Trägheit herauszuheben in die unbekannten Weiten in uns.
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Einer von vielen schönen Artikeln. Danke.